Markenentwicklung ist kein Add-on
Sondern Basisarbeit
23. April 2026
Kürzlich wurden wir für ein Website-Projekt angefragt. Es ging um ein spannendes Produkt, das international zum Patent angemeldet war.
Wir haben daraufhin ein ausführliches Angebot erstellt. Ein paar Tage später kam die Absage.
Warum wir das erzählen? Weil es kein gewöhnlicher Fall war.
Es gab keine Marke
Das Produkt – das wir selbstverständlich nicht nennen – hatte noch keine Markenbasis: keinen Namen, kein Logo, keine Farben, keine Typografie, keine Formensprache, keinen Style Guide.
Kurz gesagt: Es hatte keine Identität.
Deshalb haben wir zwei Angebote erstellt:
- Website-Umsetzung
- Markenentwicklung (Branding)
Die Website lag im vereinbarten Budgetrahmen.
Die Markenentwicklung war Fundament für die Website.
„Dann machen wir halt nur die Website…“
Der Interessent hat sich entschieden, die Website woanders umsetzen zu lassen – ohne vorher eine Marke zu entwickeln.
Wir fragen uns, wie das funktionieren soll. Marken wie Tempo, Pampers, Adidas oder Nivea – bekannte Beispiele starker Konsumgütermarken – sind ohne klare Identität nicht nachhaltig erfolgreich.
Natürlich haben wir auch schon Websites umgesetzt, bei denen die Ausgangslage eine andere war, zum Beispiel für Arztpraxen oder lokale Dienstleister. Dort geht es in erster Linie darum, gefunden zu werden und Informationen bereitzustellen, nicht darum, eine Marke aufzubauen, die international wahrgenommen wird.
Aber ein innovatives, patentiertes Produkt?
Das ist eine strategisch völlig andere Ausgangslage.
Markenentwicklung ist kein „Nice-to-have“
Nicht nur bei innovativen Produkten ist die Marke kein Zusatz, sondern Voraussetzung. Sie schafft Wiedererkennbarkeit. Sie transportiert Vertrauen. Sie macht ein Produkt überhaupt erst kommunizierbar. Ohne Marke bleibt eine Website nur eine Hülle – und das Produkt langfristig austauschbar.
Unser Standpunkt
Wer ein innovatives Produkt entwickelt, sollte sich fragen, ob er nur online sein oder wirklich wahrgenommen werden will.
Wir trennen nicht künstlich, was zusammengehört. Wir entwickeln Marken nicht „mit“, wir entwickeln sie von Grund auf. Strategisch, visuell und mit dem Blick auf das, was später wirklich funktioniert.
Fragen?
Wir beantworten sie gerne.
Dein AV22-Team
Nutzungsrechte – oft unterschätzt
Gerade im Umfeld von Patenten zeigt sich, dass technische Schutzrechte vielen vertraut sind, gestalterische hingegen kaum. Dabei geht es um zentrale Fragen wie Nutzungsrechte und langfristigen Markenwert.
Theoretisch könnte man Nutzungsrechte extrem günstig anbieten und später, bei wirtschaftlichem Erfolg, juristisch nachverhandeln.
Möglich wäre das. Seriös ist es nicht.
Ein Blick in die Geschichte: Der Nike „Swoosh“
Eine kleine Anekdote zeigt, wie oft Gestaltung unterschätzt wird.
Die Grafikdesign-Studentin Carolyn Davidson entwarf 1971 das Logo von Nike. Sie arbeitete rund 17,5 Stunden daran und stellte 35 US-Dollar in Rechnung. Das Ergebnis ist der berühmte „Swoosh“.
Erst Jahre später, als Nike längst ein Weltkonzern war, wurde ihre Arbeit angemessen gewürdigt: mit 500 Aktien (deren Wert – je nach Zeitpunkt – bereits erheblich war und heute Millionen erreichen kann) und einem Diamantring mit dem Logo.
😉