Bitte drückt Eure Pickel vorher nicht aus!

Maskenbildnerin Bigshan Choi schminkt einen Protagonisten.
Maskenbildnerin Bigshan Choi schminkt einen Protagonisten.

13. August 2019

Heute wollen wir mal Aufklärungsarbeit leisten - und zwar hinsichtlich der Arbeit einer Maskenbildnerin oder eines Maskenbildners. Für unseren Blog hat eine unserer Maskenbildnerinnen, Bigshan Choi, aus dem Nähkästchen geplaudert. Es ist wirklich unglaublich, was sie bei ihrer Arbeit erleben muss.

13 goldene Regeln

Solltet Ihr mal eine Maskenbildnerin beauftragen oder von einer Maskenbildnerin geschminkt werden, so findet Ihr hier 13 goldene Regeln, um eine Maskenbildnerin glücklich zu machen. Die klassischen zehn Regeln haben leider nicht ausgereicht;-).

1. Liebe Damen, bitte kommt nicht mit nassen Haaren in die Maske! Das Trocknen der Haare nimmt viel Zeit der ohnehin schon sehr knapp bemessenen Maskenzeit in Anspruch.

2. Liebe Damen, bitte kommt nach Möglichkeit ungeschminkt in die Maske! Sonst müsst Ihr erst abgeschminkt werden und Korrigieren dauert länger als Schminken. Ungeschminkt kann Eure Maskenzeit bestmöglich genutzt werden.

3. Liebe Herren, sollt Ihr vor der Kamera ein Gesicht glatt wie ein Babypopo haben, so kommt bitte rasiert in die Maske! Grund: erstens wieder die Zeit. Und zweitens: Wenn Ihr empfindliche Haut habt, könnte es schwierig werden, dass Ihr vor der Kamera gut ausseht. Also bitte Zeit zwischen Rasieren und Schminken einplanen, damit die Haut sich beruhigen kann!

4. An alle: Bringt Eure Pickel ruhig mit! Bitte drückt sie vorher nicht eigenständig aus! Je nach „Pickel-Stadium“ ist es unmöglich, den Pickel so zu schminken, dass man ihn nicht mehr sieht.

Bitte kein Rotlicht!

5. Lieber Produzent, bitte stellt Eurer Maske einen hellen Raum mit Fenstern, also Tageslicht, zur Verfügung. Nein, kein Rotlicht und auch keine schwarzen, blauen oder grünen Wände.

6. Lieber Produzent, bitte, bitte: Der Protagonist, der geschminkt werden soll, muss sich setzen dürfen. Er braucht einen Stuhl.

7. Lieber Produzent, Ihr dürft auch einen ausreichend großen Spiegel nicht vergessen. Am besten ist ein Maskenspiegel, der an den Seiten beleuchtet ist.

8. Lieber Produzent, ja, eine Maskenbildnerin braucht auch Strom – für Fön, Lockenstab, Glätteisen, Rasierer oder Airbrush Make-up.

Falls Ihr nicht wisst, was Letzteres ist: Das ist nicht schlimm. Schaut einfach bei Google nach;-)!

9. Lieber Produzent, oh je, ja, eine Maskenbildnerin braucht auch fließendes Wasser. Nein, ein Eimer mit Wasser reicht nicht aus. Hygiene wird – zumindest bei unserer Maskenbildnerin – groß geschrieben.

10. Lieber Produzent, der Raum für die Maske muss ausreichend groß sein und nach Möglichkeit viele Stauräume bieten. Ein Tisch wäre wirklich gut. So eine Maskenbildnerin hat einiges an Zeug dabei, damit Deine Protagonisten so richtig in Szene gesetzt werden können. Das muss irgendwo untergebracht werden. Optimal wäre ein Maskenmobil (siehe Google). Aber gut, das ist Luxus;-).

11. Lieber Produzent, in dem Raum darf es nicht heiß sein. Nicht nur, dass die Protagonisten ins Schwitzen kommen. Und Schweiß will man auf dem Bild schließlich am wenigsten sehen. Auch die Produkte der Maskenbildnerin kommen ins Schwitzen und dürfen nicht „kippen“. So ein Maskenkoffer ist schon mal mit Produkten in vier- oder fünfstelliger Euro-Höhe befüllt. Also, zur Not, muss eine Klimaanlage her.

Kauft genügend Maskenbildner ein!

12. Lieber Produzent, falls die Maskenbildnerin mal zur Toilette muss oder etwas essen möchte oder falls Deine Produktion mehrere Tage dauert: Bitte gib ihr die Möglichkeit, den Raum abzuschließen! Dann können ihre Sachen im Raum bleiben. Sie muss Rollkoffer, Maskentasche und Haarkoffer nicht über Nacht mit ins Hotel schleppen. Sonst ist schnell mal ein 50-Euro-Make-up weg.

13. Lieber Produzent: Bitte kauft genügend Maskenbildner für Eure Filmproduktion ein! Nein, die erste und die zweite Maske, die sich um alle Hauptdarsteller kümmern, können nicht mal eben alle Komparsen mit schminken.

Liebe Damen, Herren und Protagonisten: Wenn die Menschen, die für das Bild arbeiten, keine guten Arbeitsbedingungen haben, dann gebt Ihr am Ende auch kein gutes Bild ab oder habt kein gutes Bild. So einfach ist das. Und das wäre doch wirklich schade.

Viele Grüße

Eure av22 medien Filmagentur aus Euskirchen

Wir versuchen, es besser zu machen;-)